Deutschland, dein Internet!

Der Netzausbau in Deutschland wird in Schneckentempo vollzogen. Das stellt uns vor neue, große Herausforderungen. Ein Kommentar.

Zum Verzweifeln: Schnelles Internet ist leider Mangelware!

Ich komme ursprünglich aus Rödental, einer kleinen Stadt in Oberfranken. Rödental wurde mit seinen 16.000 Einwohnern erst in den 70er Jahren zur Stadt ernennt. Das liegt wohl auch hautpsächlich daran, dass alle umliegenden Dörfer – neben dem „Stadtkern“- dazugezählt werden. Darunter auch Fischbach. Was das 100-Seelendorf vom Rest der Stadt unterscheidet? Es ist seit dem letzten Sommer stolzer Besitzer eines Glasfasernetzes! Die Stadtverwaltung vermeldete dies als großen Erfolg. Die dicht besiedelten Ortsteile Rödentals sind aber leider immer noch ohne schnelles Internet.

Wie auch bei mir zu Hause. Leider liegt hier nur eine Kupferverbindung und das wird sich auch nicht so schnell ändern. Der Ausbau des Glasfasernetzes geht in Rödental – bezeichnend für ganz Deutschland – nur sehr langsam voran. Daher habe ich selbst bei solchen alltäglichen Dingen wie Updates oder Downloads mit verfügbaren Internet zu kämpfen. Das bisschen längere Warten mag zu verkraften sein, meint der eine oder andere nun vielleicht. Doch schneidet schlechtes Internet unsere Lebensqualität massiv ein. Für unsere Generation ist ein Leben ohne Internet undenkbar. Wir kommunizieren über soziale Medien, wir bestellen Kleidung über Amazon, wir sehen Serien über Netflix. Ein Leben ohne Internetanschluss? Undenkbar!

Aber auch die Wirtschaft ist stark an (vorallem schnelles) Internet gebunden. Bestellungen, Geschäfte, Verhandlungen. Das Internet treibt die Globalisierung und Digitalisierung vehement voran und ermöglicht Konzern international agieren zu können. Auch hier gilt: Ein Leben ohne Internetanschluss ist kaum möglich!

Die Regierung kennt eigentlich das Problem, dass Kupferleitungen den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährden. Deshalb wurde schon 2011 versprochen, dass flächendeckend 50 mBit/s verfügbar sein sollen. Umgesetzt wurde es bis heute nicht. Der letzte große „Angriff“ wurde im Koalitionsvertrag der SPD und CDU/CSU formuliert, die bis 2025 mit Gigabitnetzen die „beste digitale Infrastruktur der Welt“ ermöglichen wollten. Große Worte, wenig Taten. Mittlerweile steht jetzt schon, dass die Bundesregierung ihr ambitioniertes Ziel nicht erreichen wird. Und das, obwohl noch sechs Jahre in´s Land gehen werden.

Die Bilanz der Friedrich-Ebert-Stiftung die anhand des Internets und anderer Faktoren die Zufriedenheit der Bürger in den jeweiligen Regionen Deutschland gemessen hat. Quelle: Spiegel Online

Die Digitalisierungspolitik der Bundesregierung war in den letzten zehn Jahren – um es in Schulnoten auszudrücken – eine glatte Sechs. Wenn wir nicht umgehend dafür sorgen, dass sowohl im Privaten als auch im öffentlichen Sektor schnelles Internet zur Verfügung steht, gefährden wir unseren momentanen Lebensstandard, sowie auch die Wirtschaftsstandort Deutschland.

Habe übrigens heute in der Zeitung eine freie Wohnung in Fischbach gesehen. Die Mietkosten klangen erschwinglich. Schlechte Lage eben, aber dafür das schnellste Internet in ganz Rödental.

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