Ende Gelände – Warum Klimaradikalität niemandem hilft

Aktivisten der Gruppe „Ende Gelände“ sorgten für mediales Aufsehen, als sie vor wenigen Tagen eine Kohlegrube besetzten. Warum das niemanden weiterhilft…

Plakate bei der „Fridays for Future“-Bewegung

Das Ziel der Aktivistengruppe wurde durch ihren gewaltsamen Protest klar zur Sprache: Radikale Klimapolitik durch sofortigen Kohleausstieg. Denn sie denken, wie auch Teile der „Fridays for Future“-Bewegung, dass sie dies schon jetzt bewirken können. Doch all diejenigen, die glauben, dass sie sich durch das Besetzen von fremden Eigentum über Meinungen und Rechtsordnung hinweg setzen können, denken falsch.

Es ist richtig und wichtig, dass die junge Generation für ein Umdenken in der Klimapolitik kämpft. Jugendliche und junge Erwachsene haben nun realisiert, dass die vergangene und die jetzige Generation vor ihnen die Welt nachhaltig ausgebeutet haben. Und dies in einem Maße, dass bei Nichteinhaltung des Zweigradziels schwerwiegende Folgen auf uns, insbesondere meiner Generation, zukommen werden. Diese Feststellung und der dadurch entstandene Protest ist der Ursprung der Bewegung, wie der Rede von Greta Thunberg entnommen werden kann.

Die daraus entstandenen Demonstrationen nach dem Motto „Fridays for Future“ fanden in Deutschland zunächst nur bei linken Parteien Zustimmung. Die FDP riet, die Sache den „Profis“ zu überlassen, die CSU forderte am politischen Aschermittwoch, die Proteste doch „außerhalb der Schulzeiten“ zu veranstalten – von der AfD wegen ihrer sonderbaren Klimapolitik ganz zu schweigen.

Kohleausstieg 2038? Ein Kohlekraftwerk in Deutschland.

Mittlerweile unterstützen grundsätzlich alle Parteien die Klimabewegung. Diese hat sich aber seitdem auch stark verändert. Sie ist politisch gelenkt, ohne, dass es viele unpolitische Aktivistinnen und Aktivisten gemerkt haben. So ist Luisa Neubauer, eines der bekanntesten Gesichter der „Fridays for Future“-Bewegung, auch bei den Grünen politisch engagiert.

Unter dem Deckmantel dieser Partei werden aber genauso radikale Umweltaktivistinnen und -aktivisten geduldet, die sich anhand eines bestimmten Merkmals nicht von Rechts- oder Linksradikalen unterscheiden: Sie dulden keine andere Meinung und sind nicht für eine Debatte bereit.

Protest darf niemals über dem Gesetz stehen, das Versammlungsfreiheit sowie Meinungsfreiheit schützt.

León Eberhardt

Jüngste Beispiele sind Klimaaktivistinnen und -aktivisten, die mit Rufen und Plakaten an der Uni Leipzig die Rede des FDP-Parteichefs Lindner störten. Als dieser ihnen das Mikrofon anbot, damit statt Protest das Wort an alle im Hörsaal wenden könnten, verließen diese einfach den Saal. Ein weiteres Beispiel sind die „Ende Gelände“-Aktivistinnen und -aktivisten, die durch Besetzung einer Kohlegrube glauben, dass sie die Welt mit ihrer Meinung unterjochen können.

Klimaschutz ist wichtig. Dafür zu protestieren, ebenso. Aber es ist nur dann demokratisch, wenn man bereit ist, eine Debatte zu führen und sich nicht über andere Meinungen hinwegsetzt.

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