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Warum blinder Konsum nicht mehr möglich ist – Plastikmüll

von Jun 26, 2019Allgemein, Konsum0 Kommentare

Die Zahlen des Plastikmülls in den Weltmeeren sind erschreckend. Ich gebe einen Überblick darüber sowie auch ein paar Alltagstipps, um Plastikkonsum zu vermeiden.

Plastikstrudel im Meer – nicht nur besorgniserregend

Vogel hinter alten Fischernetzen – Müll im Meer bedroht Mensch und Tier.

Neulich sah ich eine Dokumentation im NDR. Dort stand der Kite-Europameister Mario Rodwald im Mittelpunkt. Er stellte fest, dass er beim Kiten im Meer immer öfter auf menschlichen Abfall trifft: vor allem Plastik. Er ging unter anderem mit Müllsammlern früh am Morgen an die Strände der deutschen Nordsee. Diese Menschen ermöglichen uns überhaupt noch die Illusion einer sauberen Umwelt.

Mindestens 79.000 Tonnen Plastikmüll umfasst der Müllstrudel vor Hawaii.

Diese Doku machte mich nachdenklich. Denn die genannten Zahlen sind erschreckend. Laut des Vereins „Deutsche Umwelthilfe“ landen rund 10 Millionen Tonnen (!) Plastikmüll pro Jahr in unserem Meer. Dazu zählen vor allem Strohalme, Zahnbürsten und Plastiktüten. Leider sinkt auch viel Plastik auf den Meeresboden, weshalb der an den Strand angeschwommene Müll nur die Spitze des Eisbergs darstellt. So gibt es beispielsweise schon einen Müllstrudel vor den Küsten Hawaiis, der die vierfache Größe von Deutschland hat! Dieser Strudel enthält mindestens 79.000 Tonnen (!) Plastik.

Bei weiterem Plastikkonsum (wie bisher) wird geschätzt, dass 2050 mehr Plastik als Fische in unseren Meeren schwimmt. Doch die Folgen spürt der Mensch schon jetzt. Viel Mikroplastik landet auch im Magen vieler Fischsorten, die wir als Speisefisch kennen. So gelangt letztendlich der Müll, den wir indirekt im Meer entsorgen, über die Nahrungskette wieder zu uns zurück.

Weniger Plastik: Tipps für den Alltag

Doch was tun? Plastik ist stark verbreitet in unserer Gesellschaft. Sei es die Verpackung von Lebensmitteln oder die Einkaufstasche beim Shopping in der Stadt. Wichtig ist zum einen, den eigenen Plastikkonsum einzudämmen. So bietet es sich an, Einkaufstaschen (von Ikea bspw.) zu nutzen statt immer eine neue Tüte zu verwenden. Ebenso kann man eigene Tüten für das Verstauen von Obst und Gemüse mitbringen. Statt des Plastikstrohalms kann man einen aus Pappe vorziehen ode ihn einfach ganz weglassen. Auch das einfach Nachdenken darüber, ob man ein Produkt unbedingt in Plastik eingepackt kaufen muss oder ob es nicht andere Möglichkeiten gäbe, hilft, Plastik bewusster zu konsumieren.

Schlussendlich muss aber auch die Politik Antworten finden und das Absondern von Plastikmüll in unsere Meere stärker sanktionieren. Gerade Deutschland als „Müll-Europameister“ mit 220 Kilogramm Verpackungsabfällen pro Kopf (Stand 2016; Deutsche Umwelthilfe) sollte unbedingt handeln. Mario Rodwald geht jetzt übrigens am Strand regelmäßig Müll sammeln, vielleicht sollten wir auch unseren kleinen Beitrag leisten.

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