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Zwischen leeren Regalen & Coronaparties – ein Zeitzeugenbericht aus Berlin

von Mrz 17, 2020Allgemein0 Kommentare

Strahlender Sonnenschein, ein paar Schutzmasken, leere Regale. Der Alltag, den ich momentan in Berlin erlebe, ist ein Mix aus Alltag und Ausnahmezustand. Die Straßen auf dem Weg zu meiner Arbeit sind wie gewohnt voll, alles andere wäre aber bei einer Straße wie den Ku´damm auch ungewöhnlich. Es ist schwer, Besorgtheit in den jeweiligen Gesichtern auszumachen, die sich in diesen Tagen auf die Straßen Berlins trauen. Die Besorgten, die das Anraten der Bundesregierung, sich nur bei guten Gründen aus dem Haus zu wagen, sind ja auch logischerweise nicht zu sehen, die sind zu Hause.

Leere Regale in einem Berliner Supermarkt.

Hier und da ein paar Menschen mit Schutzmasken, meist asiatischer Herkunft. Ansonsten könnte man meinen, dass es ganz normaler Früh-Frühlingstag mit strahlendem Sonnenschein ist. Doch stimmt das? Ein Blick in die Regale der Supermärkte macht mir Angst. Nudeln, Mehl, Toilettenpapier. Das, was normalerweise ausreichend vorhanden ist, scheint nun Mangelware zu sein.

Diese Besorgtheit ist aber nicht bei allen angekommen. Oder wie man in diesen Tagen sagt: „Sie haben den Schuss nicht gehört!“ Bei mir um die Ecke spielen Jugendliche auf einem kleinen Feld Fußball. Körperkontakt unvermeidlich. Bekannte treffen sich zu „Coronapartys“, ganz egal ob sie sich dabei infizieren oder nicht. Sie davon abzuhalten hat nicht funktioniert.

Mittags im Bahnhof Zoo.

Berlin befindet sich in einem merkwürdigen Zustand. Noch gibt es keine Ausgangssperre, die noch krasser das alltägliche Leben einschränken würde. Aber vielleicht braucht es diese, damit auch die Letzten verstanden haben, dass sozialer Kontakt nicht nur das eigene, sondern auch das der Mitmenschen gefährdet. Bleibt gesund!

Einfahrende U-Bahn in Berlin.

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