„Man fühlt sich im Dunkeln gelassen“

Lara hatte eigentlich gerade ihre Zeit auf Neuseeland genossen, als durch Corona die Situation eskalierte. Anfang April hat sie uns Einblicke in ihre aktuelle Lage gegeben, die von unsicherer Informationslage und intransparenter Hilfe der deutschen Regierung geprägt war.

Lara, wie ist deine momentane Situation? Bist du gut untergebracht?

Momentan bin ich gut untergebracht, ja. Ursprünglich hatten wir eigentlich einen Campingwagen. Doch plötzlich hieß es am Abend des 25. März, dass ab morgen alle Campingplätze zu hätten. Dann haben wir uns dazu entschieden eine AirBnB-Wohnung zu mieten in der Nähe des Flughafens. Das hat auch funktioniert, wir haben uns das mit vier anderen Leuten organisiert. Aber ich habe auch mitbekommen, dass viele nicht so viel Glück hatten, eine freie Wohnung zu bekommen, weil auch parallel viele Hostels zugemacht hatten.

Ab wann wurde die Situation unangenehm für dich als „Work & Travel“- Touristin?

Richtig unangenehm wurde es ab dem 22.März, weil bestimmte Airlines verkündet hatten, dass sie keine neuseeländischen Flüge mehr anbieten. Mein Freund ist zu diesem Zeitpunkt zurück nach Deutschland geflogen und musste statt über Dubai und München (Zielort) erst über London, Dublin & Frankfurt fliegen, um nach Hause zu kommen… Parallel spitzte es sich hier in Neuseeland ab dem 26. März wegen der Schließungen der besagten Übernachtungsmöglichkeiten immer stärker zu.

Ab dem 24.März hatten auch schon alle Attraktionen wie bspw. Hobbiton geschlossen, weshalb wir dann alle langsam nervös wurden.

„Bei einem dänischen Freund lief das ganz anders, der bekam regelmäßig Informationen von seiner Regierung per SMS.“

Es sitzen tausende Deutsche noch in Neuseeland fest, die Rückholaktion beginnt jetzt erst. Fühlst du Dich von der deutschen Regierung etwas allein gelassen?

Wohl eher im Dunkeln gelassen, weil ich keinerlei Informationen vom Auswärtigen Amt zur momentanen Sicherheitssituation, wie beispielsweise zu Rückflügen, erhalten habe. Das ist bei einem dänischen Freund ganz anders, der bekommt regelmäßig neue Informationen per SMS von seiner Regierung zugeschickt. Lange bekam man hier auch bei der deutschen Botschaft in Neuseeland weder eine Antwort auf Anrufe noch auf etwaige Mails. Man erwartet man sich dann schon mehr Unterstützung von seinem Heimatland, gerade wenn man am anderen Ende der Welt ist.

War eigentlich in Neuseeland per Work and Travel unterwegs: Lara aus München.

Wie hätte besser gehandelt werden können?

Mehr Updates und Infos per Mail oder SMS wie bei der dänischen Regierung wären sicherlich hilfreich gewesen. Aber auch eine Antwort auf die zahlreichen Mails trotz des großen Andrangs wäre schon cool gewesen, wenn man auf einmal nicht mehr weiß, was man machen soll und wann man wieder nach Deutschland kommt. Aber natürlich ist mir bewusst, dass die momentane Situation eine extreme Belastung für das Auswärtige Amt darstellt, da aus aller Welt jetzt deutsche Staatsbürger zurückgeholt werden wollen.

Hast du mittlerweile einen Rückflug zurück nach Deutschland?

Wir hätten einen Backup-Flug am 10. April, aber der ist privat organisiert und die sind absolut überteuert. Die Hoffnung besteht natürlich, dass wir davor von der Rückholaktion profitieren und eben keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Lara konnte letzten Endes mit einer von der deutschen Regierung organisierten Maschine am 10. April zurück nach Deutschland fliegen. An dieser Stelle möchte Lara sich auch bei der letztendlich geklappten Rückholaktion bei der deutschen Regierung bedanken.

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