Ergibt das noch Sinn?

Am heutigen Tage unterschreiten die Neuinfektionen erstmals seit Februar die 500er Marke. Aber hilft uns diese Zahl, um uns an unserem Verhalten zu orientieren?

Hätte man den Deutschen zu Beginn der Kontaktbeschränkungen erzählt, dass bei 500 Neuinfizierten pro Tag Schauspieler immer noch beschäftigungslos und die Museen geschlossen sein werden, dass wir immer noch nicht guten Gewissens unsere Eltern oder Großeltern besuchen können oder über Pfingsten nicht nach Sylt fahren dürfen, es hätte große Empörung gegeben.

Es könnte auf die Frage hinauslaufen: Ergibt das noch Sinn? Sind die aktuellen Verhältnisse noch verhältnismäßig?

Grundsätzlich geht es jedoch nicht um die aktuellen Neuinfektionen, sondern um die Gefahr einer zweiten Infektionswelle. Würden wir uns jetzt in Scharen auf Marktplätzen, in Innenstädten und Fußballstadien tummeln, so wäre es sehr wahrscheinlich, dass ein zweiter „März“ auf uns zusteuert. Ohne Impfstoff können wir das eben nur mit Ab – und Anstand verhindern.

Das hektische Durcheinander-Gerenne zur Rush-Hour werden wir uns vorerst abgewöhnen.

Was derzeit in vielen Menschen hervorgeht ist aber kein Egoismus. Es handelt sich um den unbedingten Willen, nach fast drei Monaten der Einschränkungen wieder zu möglichst gewohnten Zuständen zurückzukommen. Solange die Menschen in den Innenstädten Abstand zueinander halten und stets die Möglichkeit gegeben ist, das Risiko einer Infektion einzudämmen, sollten wir uns mit Vorwürfen zurückhalten.

„Dass das Grundrecht des einen dort seine Grenze findet, wo das Grundrecht eines anderen beginnt – das ist verfassungsrechtliche Normalität, nicht schon eine Krise des freiheitlichen Verfassungsstaats.“

Bundespräsident Steinmeier

Die momentanen Zustände können die Menschen nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Solange die Personen, die sich schon heute gerne in Cafés und Kaufhäusern auf verantwortungsvolle Weise ansammeln, die noch etwas Vorsichtigen nicht gefährden, ist daran meiner Ansicht nach nichts auszusetzen.

Warum? Weil die „weniger Beängstigten“ dafür sorgen, dass nach Corona überhaupt etwas vom Einzelhandel, von Kultur und Gesellschaft übrig bleibt.


Was war an diesem Artikel neu gedacht? Neu gedacht ist in Teilen die vorsichtige Bewertung von Menschen in Shoppinggassen und Museen. Wir müssen uns vor Augen führen, dass sich unsere Wirtschaft durch diese Personen überhaupt etwas erholen kann.

Hast Du Kritik oder Anregungen? Schreib uns gerne einen Kommentar oder schreib mir eine Mail an tim.gottsleben@gmail.com.

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