Jung & politisch (2) : Junge Sozialist*innen (JuSos)

Zahlreiche Jugendorganisationen bieten die Möglichkeit, sich bereits im frühen Alter politisch zu engagieren. Heute werfen wir einen Blick auf die SPD-nahe Organisation „JuSos“, indem Maren (Namen geändert) von ihrer Erfahrung als langjähriges Mitglied , sowie ihrer Funktion im Vorstand ihres Landesverbandes berichtet.

Unsere Gastautorin hat uns gebeten anonym zu bleiben. Daher haben wir ihr für den Artikel den Namen Maren gegeben. Maren ist langjähriges JuSo-Mitglied und u.a. im Landesvorstand ihres Bundeslands.

Sozialistisch. Feministisch. Internationalistisch. Antifaschistisch. Das sind die Grundsätze der ältesten Jugendorganisation in Deutschland. Seit 1914 setzen wir uns als Jungsozialist*innen für eine sozial gerechte Gesellschaft ein. Bei uns engagieren sich circa 80 000 Mitglieder zwischen 14 und 35 Jahren auf kommunaler, regionaler, nationaler oder internationaler Ebene.

Als linker Richtungsverband in der SPD stehen wir für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Unsere Themenfelder sind breit und wir arbeiten stetig daran, unsere Positionen für jedes gesellschaftlich relevante Thema neu zu denken. Dabei spielen zum Beispiel Antifaschismus, Feminismus aber auch die Bekämpfung des Klimawandels momentan eine wichtige Rolle. Unseren Grundsatzzielen wollen wir immer näherkommen. Wir wollen den Kapitalismus überwinden und eine sozialistische Gesellschaftsordnung etablieren. Wir kämpfen für eine offene Gesellschaft, die frei von Diskriminierung und Unterdrückung ist. Wir wollen, dass jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft, Geschlechtsidentität oder Hautfarbe die gleichen Chancen erhält. Dafür brauchen wir einen starken Solidarstaat und eine gerechte Umverteilung.

Werbung mit Willy Brandt – JuSos-Post für Instagram. Bildquelle: https://www.jusos.de/downloads/

Wir üben auf jeglichen Ebenen mit unseren Forderungen und Beschlüssen Einfluss auf die SPD aus, schließen uns aber auch mit anderen Organisationen wie Gewerkschaften, Anitfa-Initiativen oder sozialen Bewegungen zusammen, um für gemeinsame Ziele einzustehen. Außerdem sind wir mit unseren Partnerorganisationen durch den europäischen Dachverband YES (Young European Socialists) und der internationalen Organisation IUSY (International Union of Young Socialists) gut vernetzt und es besteht ein stetiger und reger Austausch.

Warum habe ich mich für die JuSos entschieden? […] Die Jusos passten am besten mit meinen Werten und Wünschen für eine gerechte Gesellschaft zusammen.

Maren (Namen geändert)

Wer sich bei uns engagieren möchte, muss nicht gleich das Parteibuch in die Hand nehmen. Engagement bei den Jusos kann ganz unterschiedlich aussehen. Wir sind zum Beispiel in Schulen und Universitäten aktiv, in vielen Bündnissen und Initiativen. Wir organisieren und beteiligen uns an Demonstrationen, organisieren Diskussions-, Bildungs- und Kulturveranstaltungen und führen ein aktives Verbandsleben. Dabei findet ihr uns auch in vielen Parlamenten, sei es auf kommunaler, Landes- oder der Bundesebene und auch im Europaparlament sind die Jusos vertreten. Jusos gibt es in fast jedem Ort oder Landkreis. Am einfachsten findet ihr uns und eure kommunalen Arbeitsgruppen in den sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook, aber auch bei Google bekommt ihr alle Informationen und Kontaktdaten.

Unsere Gastautorin wollte anonym bleiben. Sie ist Teil des Landesvorstands in ihrem Bundesland. Photo by Kaique Rocha on Pexels.com

Mit 15 bin ich bei den Jusos beigetreten – vorerst ohne Parteibuch. Warum habe ich mich für die Jusos entschieden? Ich war jung und hatte kaum konkrete Vorstellungen, aber ich wusste, dass ich mich politisch engagieren möchte und bei dem Blick durch die Parteiprogramme fiel die Entscheidung schnell. Die Jusos passten am besten mit meinen Werten und Wünschen für eine gerechte Gesellschaft zusammen. Am Anfang habe ich mich auf Landkreisebene engagiert, beim Wahlkampf unterstützt und vor allem sehr viel gelernt. Die Bildungsangebote des Landesverbandes haben mir sowohl Austausch und Vernetzung, aber auch viel inhaltlichen Input geboten.

Seit 2018 bin ich nun Vorsitzende in meinem Landkreis und habe eine Orts-AG in meiner Stadt gegründet. Auf kommunaler Ebene sind die Schwerpunkte sehr verschieden. Wir mischen uns in aktuelle Kreistagsdiskussionen ein, organisieren den Wahlkampf, gehen auf Demos und überlegen eigentlich ständig neu, was wir als nächstes machen möchten. Die Arbeit bei den Jusos ist vielseitig und jede*r kann individuell entscheiden, wann, wo und in welchem Themenbereich sie*er sich engagieren möchte. Es gibt immer viel Raum für Diskussionen und man kann viel von anderen Genoss*innen lernen. Wir führen ein aktives Verbandsleben, dass für mich mehr ist als politisches Engagement. Bei den Jusos habe ich gute Freunde gefunden. Gespräche und Diskussionen bei Sommerfesten, Verbandswochenenden oder beim Juso-Camp auf dem Deichbrand fördern diese Freundschaften und machen Mut, dass man nicht alleine für seine Ziele einsteht, sondern ein großer Verband hinter diesen Grundsätzen steht und man gemeinsam für eine sozial gerechtere Gesellschaft kämpft.

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