Am Scheideweg – Fünf Herausforderungen unserer Zeit

Die Menschheit steht im 21. Jahrhundert vor wichtigen Entscheidungen, von denen einige das Potential haben, verheerende Folgen zu verursachen. Ein persönlicher Überblick über die fünf größten politischen Herausforderungen der nächsten Jahre.

1) Einigkeit Europas

Das europäische Kooperationsprojekt „EU“ hat diesem Kontinent zu einem großen Aufschwung verholfen. Es herrscht Frieden, die Wirtschaft kann sich aufgrund eines zollfreien Binnenmarkts bestens entwickeln und doch sieht man spätestens nach der letzten Europawahl, dass die Anforderungen der Bürger an die EU hoch sind. Die Europäische Union muss klare Antworten auf soziale Gerechtigkeit, Klimakrise, sowie der Flüchtlingskrise finden, die alle Mitgliedsstaaten mittragen können. Nur durch Einigkeit kann dieser einmalige Staatenbund auch in Zukunft das beste für seine Bürger leisten. Unruhen wie in Katalonien oder die Dauertragödie Brexit sind hierbei mahnende Beispiele.

2) Einfluss undemokratischer Regime

Mit China und Russland spielen auf internationaler Ebene zwei totalitäre Staaten eine wichtige Rolle in der Sicherheits-, Handels- und Außenpolitik. Gerade die globale Strategie der Chinesen scheint hier besonders erschreckend zu sein. Sei es der Aufkauf von Firmen in zukünftigen Schlüsselindustrien wie der Robotik oder die Beteiligung an jedem dritten Infrastrukturprojekt in Afrika, um sich entscheidenen Einfluss an seltenen Erden zu sichern. Innenpolitisch versucht der kommunistische Staat immer mehr durch modernste Technologie seine Bürger zu kontrollieren. Auch in Russland werden die eigenen Staatsbürger stark beobachtet. Proteste gegen die manipulierten Kommunalwahlen diesen Jahres wurden größtenteils durch Einschüchterungen der Polizei oder Festnahmen unterbunden. Ebenso zu erwähnen ist der Einfluss russischer Hackerangriffe zur Manipulation des Brexitvotums oder der Präsidentschaftswahlen in den USA. Russland und China versuchen systematisch demokratische Systeme zu untergraben und stellen somit eine große Gefahr dar. Würden die Demokratien dieser Welt den Kampf gegen diese zwei Staaten verlieren, sind alle freiheitlichen Grundwerte in größter Gefahr.

3) Klimakrise

Trotz steigender Lebensmittelproduktion wird die Anzahl der Mangelernährten nicht kleiner. Laut Daten der Welthungerhilfe leiden 822 Millionen Menschen an Hunger. Dies wird verschärft durch zuspitzende klimatische Veränderungen, bei denen laut wissenschaftlicher Prognosen die Temperatur deutlich auf über zwei Grad in diesem Jahrhundert ansteigen wird, was Klimakatastrophen wie Orkane oder Überschwemmungen verhäuft aufkommen lässt. Durch die Verschmutzung unserer Meere wird die Natur zerstört, ebenso wie durch die starke C02-Belastung, welche dramatische Folgen haben wird. Es wird stärkere Migrationsströme geben, da gewisse Gebiete schlicht unbewohnbar werden. Tierarten werden aussterben, weil sie keinen Lebensraum mehr finden und durch die Abholzung des Regenwalds (u.a. für die gigantische Fleischproduktion) zerstören wir wichtige natürliche Biotope für das Filtern von CO2. Internationale Vereinbarungen wie das Pariser Klimaabkommen werden dadurch unabdingbar sein, um die Erde vor dem Kollaps zu retten. Nur dadurch können „big player“ (= hohen Anteil an weltweiten CO2-Abgasen) wie die USA, China oder Indien eine gemeinsame Lösung zur Bekämpfung der klimatischen Folgen erarbeiten.

4) Mensch 2.0 – Digitalisierung

Die Ablösung der analogen Welt hat viele Vorteile gebracht. Konzerne wie Apple, Amazon, Google und Facebook ermöglichen uns schnelle Hilfe, Kommunikation und Gemeinschaft. Doch sie wissen auch alles über uns. Die amerikanischen Unternehmen haben längst bemerkt, dass die Daten, die ihre Nutzer ihnen freiwillig zur Verfügung stellen, goldwert sind. Noch nie konnte so gezielt Werbung geschaltet werden wie heute. Der Mensch wird hierbei gläsern, da das Internet alles über uns weiß. Ein Zustand, der bei Datenmissbrauch zu einer großen Bedrohung werden kann.

5) Demokratie im 21. Jahrhundert

Die Demokratie ist heutzutage nicht mehr die unangefochtene Staatsform, die Menschenrechte, Meinungsfreiheit etc. in einem – zumindest theoretisch – gerechten System garantiert. Dies unterstreicht der Erfolg von Populisten in jenen demokratischen Staaten. Trump, Johnson, Salvini. Nahezu überall finden Personen und Parteien, die komplexe Sachverhalte stark vereinfachen und nicht zuletzt Minderheiten diskriminieren, neuen Anklang. Der Schaden wäre nicht auszumalen, wenn beispielsweise die AfD in Deutschland Teil einer Regierung wäre. Forderungen wie die Abschaffung des Euros (zurück zur D-Mark), dem Austritt aus der EU, homophobe Unterrichtsmodelle lassen nur erahnen, welche Folgen dies für ein freiheitliches Land wie Deutschland hätte.

Fazit

Die fünf genannten Herausforderungen in unserer jetzigen Zeit unterstreichen vor allem eines: Die Bereitschaft für seine Freiheit einstehen zu müssen, um für ihren Erhalt zu kämpfen. Es ist für viele eine Selbstverständlichkeit geworden, dass sie in Frieden aufwachsen und ihre Meinung frei äußern können. Wer mag es ihnen verdenken? Meine Generation hat das große Glück ohne Krieg oder Diktatur groß geworden zu sein. Dennoch ist nun das Verteidigen dieser Grundwerte gefragt, da die globalen Herausforderungen uns alle betreffen, ihre Folgen sowieso.

Peinlich: Die Doppelmoral des Spiegel

Es ein Blatt, das mit die schärfste politische und gesellschaftliche Kritik in Deutschland übt. Der Spiegel versorgt Woche für Woche Hunderttausende mit Neuigkeiten rund um die Gesellschaft. Doch auch diese Zeitschrift ist moralisch nicht unbefleckt.

Einer der größten Zeitschriften des Landes zum Thema Poltik und Gesellschaft: Der Spiegel.

Eigentlich ist es mehr eine Routine während des Mittagessens. Das Stöbern und Lesen von gesellschaftlich interessanten Themen in der Zeitschrift „Der Spiegel“. Wie der Name schon aussagt, möchte das Blatt gerade durch kritische Recherche und Fragen Licht in das Dunkle bringen. Doch als ich folgende Werbung im Magazin fand, stellte ich eine gewisse Doppelmoral fest.

Ausgabe vom 10.8.2019: Kreuzfahrt als Gefahr.

Mitte August hatte nämlich der Spiegel dem Thema „Kreuzfahrt“ sogar die Titelseite gewidmet, um auf dessen verheerenden Folgen wie Umweltverschmutzung und Massentourismus hinzuweisen. Diese Ausgabe wurde nun mit einem vergünstigten Monatsangebot beworben, um Kunden für ein längerfristiges Abonnenment zu gewinnen. Als Versüßung bot die Zeitschrift einen kleinen Prospekt von Urlauben an, die man unter dem Namen „Spiegel Leserreise“ gewinnen könne.

Werbeprospekt samt angebotenen Kreuzfahrten: Angebot für treue Leser.

Interessanterweise handelte es sich hierbei aussschließlich um Kreuzfahrten! Unter dem Slogan „Traumhafte Kreuzfahrten für unsere Leser“ werden hier sechs verschiedene Fahrten für alle Regionen der europäischen Meere angeboten. Ob das ökologisch neutrale Urlaube sind? Anscheinend nicht so wichtig, solange Sie weiter treuer Leser sind!

E-Scooterdebatte in den Städten – typisch deutsch

Warum der elektrische Roller in skandinavischen Städten Gang und Gebe ist und hierzulande schon über mögliche Verbote und Gesetze debattiert wird. Ein Sinnbild für die Problematik deutscher Infrastruktur.

E-Scooter inklusive Helm – bald streng reguliert? Quelle: Pixabay.con

Als ich vor wenigen Tagen in den skandinavischen Großstädten Kopenhagen, Oslo & Co unterwegs war, nutzte ich meine Zeit dort, um vor allem zu Fuß die Stadt zu erkunden. Hierbei fiel mir sofort auf, wie oft hier schon E-Scooter zur Fortbewegung genutzt werden. In der Fahrradhochburg Kopenhagen reihten sich jene Roller mühelos in die Schlangen der befahrenen Fahrradstraßen ein. In keinem Moment schien mir die Nutzung gefährlich oder besorgniserregend. Viel mehr bezeugte es mich in dem Eindruck, dass sich die skandinavischen Länder in Sachen Infrastruktur (mal wieder) deutlich vor Deutschland positioniert haben.

Es dauerte kaum einen Monat nach der offiziellen Zulassung der Trettroller, als die ersten hitzigen Debatten über mögliche Verbote und Gesetze entstanden. So berichtete die Tagesschauausgabe vom 12.07.2019, dass härtere Maßnahmen sinnvoll seien. Hierbei verwies der Bericht auf acht Schwerverletzte in Berlin innerhalb des ersten Monats seit der Zulassung. Ein Beispiel für unnötige Hysterie vor dem Neuen.

Tagesschau vom 12.07.2019: E-Scooter als Verlierer im Verkehr.

Denn diese Zahl verliert deutlich an Brisanz, wenn man zum Beispiel die Zahl der Schwerverletzten der Radfahrerverkehrsunfälle in Berlin im Jahr 2018 betrachtet. Diese liegt laut der Polizei Berlin bei 806, also bei 67 pro Monat. Die Anzahl der verunglückten E-Scooterfahrer ist also deutlich geringer.

Auch das Argument der Helmpflicht scheint kontrovers zu sein. Ein Blick auf deutsche Straßen sollte genügen, um festzustellen, dass die deutlich schnelleren Fahrräder eine derartige Regelung viel dringlicher bräuchten.

Statistik der Polizei Berlin für das Jahr 2018: 806 Schwerverletzte bei Radunfällen.

Ich sehe viel mehr das Problem in der fehlenden Infrastruktur. Gewiss kann es gefährlich sein, wenn E-Scooter wild durch Fußgängerzonen oder auf dem Bürgersteig fahren. Die gleichen Probleme sehe ich aber auch bei ignoranten Fahrradfahrern. Viel mehr müssen mehr Fahrradwege gebaut werden, damit ökologische Fortbewegung stärker gefördert wird und wir weiterhin unsere Sicherheit auf deutschen Straßen nach vorne bringen. Denn die Angst vor Veränderung wird Deutschland nur weiter nach hinten in der modernen Mobilität bringen.